Was ist therapeutisches/meditatives Bogenschießen?

Jede Art von Bogenschießen, wenn richtig angewandt, kann therapeutisch sein.

Bogenschießen:

  • stärkt den Körper
  • fördert die Konzentration
  • fördert die Koordination
  • fördert Geduld und Konsequenz
  • fördert das innere Gleichgewicht
  • fördert das Selbstvertrauen
  • fördert den sozialen Aspekt
Freizeit oder Sportbogenschießen Therapeutisches Bogenschießen Meditatives Bogenschießen Körpertherapie Mentaltherapie

Alle Arten der verschiedenen Techniken greifen ineinander über

Aus psychotherapeutischer Sicht kann das Bogenschießen genutzt werden, um die tiefenpsychologische und verhaltenstherapeutische Elemente zu verbinden

Besonders der Einsatz in der Rehabilitation bietet sich an

Das erwünschte Ziel ist die Stärkung/Unterstützung des Körperbewußtseins, des Selbstvertrauens und der Selbstheilung

Das therapeutische Bogenschießen kann man in zwei Bereich einteilen:

  1. Körpertherapeutisches Bogenschießen
  2. Mentaltherapeutisches Bogenschießen

1. Körpertherapeutisches Bogenschießen

Hier steht die Körpergesundheit im Vordergrund:

  • Körperbeweglichkeit schulen (Bewegungstherapie)
  • Körperliche Einschränkungen erkennen, einbeziehen und behandeln
  • Positive Entwicklung des Bewegungsapparates: z.B. Muskelaufbau, Muskulatur, Bänder, Sehnen, Wirbelsäule
  • Körperhaltung, Körperspannung
  • Koppeln der Muskeln
  • Gleichgewichtskoordination
  • Anregung des Parasympathikus
  • Bewegung an der frischen Luft, positives Naturerlebnis
  • Abbau des Stresshormons Cortisol

Bewusstes Atmen: Bauchatmung, Nasenatmung

  • Schwerpunkt des Körpers ist tief
  • Puls geht herunter
  • Stabilität erhöht

Bogenschießen sollte in seiner Bewegung ökonomisch sinnvoll, ästhetisch sorgfältig und funktional korrekt sein

Anwendungsgebiete:

  • Ergebnispädagogik

  • Ergotherapie

  • Psychosomatische Behandlung

  • Morbus Bechterew

  • Adiposität: Zu dick, um zu Joggen, um abzunehmen aber Bogenschießen könnte man. Erster Kontakt mit Bewegung

  • Parkinson: Kraft in die Hände bekommen, weniger Zittern

  • Haltungsschäden bei Jugendlichen

  • Multiple Sklerose

  • Schlaganfallpatienten

  • Orthopädische Beschwerden: Probleme in der Hals, Brust oder Lendenwirbelsäule

  • Vorbeugen und Regeneration bei Rückenschmerzen

  • Schmerzfreie Intervalle bei Rheumapatienten

  • Blasenschwäche

2. Mentaltherapeutisches Bogenschießen

Schulung von:

  • Achtsamkeit (auf sich und die Umwelt)
  • Konzentration
  • Selbstbeobachtung
  • Agieren im Hier und Jetzt
  • Gedanken und Gefühlsregulativ
  • Zielstrebigkeit
  • realistischer Selbsteinschätzung
  • Erfolg-Misserfolg = Frustrationstoleranz
  • Eigentoleranz = Ist-Zustand
  • Mut, Vertrauen = eigener Intuition vertrauen
  • Stressabbau = Entspannung
  • Begeisterung = Heilung

Selbstwirksamkeit

= beim Bogenschießen hat man das Geschehen „in der eigenen Hand“

Selbstwirksamskeits-Förderung: Aufgrund der eigenen Kompetenz eine gewünschte Handlung erfolgreich ausführen zu können

Empowerment: Beim Bogenspannen wird mir meine Kraft bewusst. = Entdeckung des Starken = Fähigkeit der Selbstbestimmung. Ablegen der Fremdbestimmung und Abhängigkeit

Erlebnispädagogik: Wer handelt, lernt besser (Roseau). Lernen mit Kopf, Herz und Hand

Erfahrungsorientierte Therapie

Erwerb von Kompetenz

Ressource-arbeit

Fällt das Bogenschießen auf fruchtbaren Boden, wird Bogenschießen zur Ressource

Spüren der eigenen Kraft = Gefühl von Stärke, Können und Selbstbewusstsein

Finden einer konstruktiven Mitte = Ich bin nicht hilflos, schwach, sondern habe Kraft, Energie und kann meine Kraft sinnvoll zum Ausdruck bringen

Aggression = Jagd, dem Leben zugewandt

Ruhe = Ruhe, die aus innerlicher Sicherheit entsteht. Wirkliche Ruhe hat auch etwas von Lockerheit, die sich insbesondere durch das Atmen mit zielorienterter Sicherheit verbinden lässt

Körperliche Gesundheit = Aufrechte Körperhaltung, Stärkung der Skelettmuskulatur, verbesserte Körperwahrnehmung

Metapher-arbeit

Metapher = Von gleicher Gestalt, Brücke zum Alltag. Übertragung

Homo metaphoricus, der Mensch ist das Metapher schaffende Wesen

Das Sprechen in Bildern ist hilfreich, um das Auszudrücken, was sich sonst nicht in Worte fassen lässt

Botschaften werden nicht nur gehört, sondern auch mit Kopf, Herz und Hand erfahren

Zum Beispiel: Im Leben den Bogen nicht überspannen (Übertreiben, Maßlosigkeit)

Mentale Vorbereitung = Wo liegt gerade meine Aufmerksamkeit

Fußpositionierung = Habe ich einen festen Stand? Im Gleichgewicht sein. Den Halt im Leben nicht verlieren. Festen Boden unter den Füßen haben. Die Mitte finden. Stehe ich auf meinem Boden? Ist das mein Platz? Tanze ich auf zu vielen Hochzeiten?

Zughand/Bogengriff ausrichten = Jemand auf die Finger schauen. Etwas (zu fest) im Griff haben. (Den Vogel zerdrücken oder entkommen lassen, ihn liebevoll halten)

ZDR Phase = Wie viel Spannung halte ich aus? Den Bogen zu etwas/jemanden spannen. Was ver-spannt sich? Bin ich zerrissen? Etwas Überspannen

Ankern = Wo möchte ich einhacken? Wo mache ich mich fest, wie? Was hält mich?

Zielen = Etwas auf den Punkt bringen wollen. Das Ziel klar vor Augen haben

Lösen = Wann ist der richtige Zeitpunkt loszulassen? Loslassen, etwas gehen lassen

Analysieren = Genau ins Schwarze treffen. Das Ziel erreichen. Worauf habe ich gezielt? Übers Ziel hinausschießen. Treffer landen

Haltung = Eine gute Haltung bewahren/haben. Eine gute Figur machen.

Anwendungsgebiete:

  • Burnout
  • Depression
  • Panikattacken
  • ADHS: Kinder, die herumzappeln, verändern sich, wenn sie einen Bogen in der Hand haben

Meditatives Bogenschießen

Warum hat das Bogenschießen heutzutage eine Gegenwart, einen Hype?

Es ist die Sehnsucht nach dem Wiedererlangen von Bewusstheit und Stille

Meditation ist der „Moment“ zwischen dem augenblicklichen Gedanken und dem folgenden Gedanken, die Übung besteht darin, den „Moment“ zu verlängern

Bogenschießen hilft, Achtsamkeit zu entdecken

Bogenschießen hilft, Achtsamkeit zu üben:

Achtsamkeit auf den Körper = Bewegungen

Achtsamkeit auf die Gedanken = Stimmungen, Haltung, Verhaltensweisen hervorgerufen durch Gedanken

Achtsamkeit auf Gefühle = Qualitäten, die wahrgenommenen Gefühle (angenehm, unangenehm)

Achtsamkeit auf Sinneseindrücke = Fühlen, Schmecken, Sehen, Riechen

Bogenschießen verbindet die Qualitäten des Qigong (Balance) und Yoga (Haltung und Entspannung)

Bogenschießen ist anmutige Kunst

Die Anmut des Bogenschießens entsteht aus der Seele

Konzentrierte Ruhe

Selbst-Bewusst-Sein

Nicht mehr zielen, um treffen zu müssen, nicht mehr erfolgreich sein müssen = der Alltag ist ausgeblendet

Wahrnehmung des Momentes ohne zu bewerten = Akzeptanz

Gedanken zur Ruhe bringen = innere Stille

„Abschalten“ des reflexiven Denkens

Wenn das Denken schwindet, tritt aus dieser Leere die Fülle des “Bewusstseins“

Absichtsloses Gespanntsein

„Gedankenloses“ Bogenschießen

„Gleichgültiges“ Treffen

Jede Bewegung wird langsam, fließend, mit Achtsamkeit und Hingabe ausgeführt, begleitend durch den gleichbleibenden Rhythmus eines leicht fließenden Atems

Das geistige Paradox des Bogenschießens:

Einerseits ist es notwendig, die Bewegung des Schussablaufes sehr bewusst und korrekt auszuführen

Anderseits besteht das Ziel darin, diese Bewegung so weit zu verinnerlichen; mit diesem Bewegungsablauf vertraut zu werden, dass er ganz und gar unbewusst abläuft und geradezu blind erfolgt, ohne die Absicht zu verfolgen, das Ziel zu treffen

Das Auslassen der Sehne geschieht, absichtslos (unbewusst) im Augenblick der höchsten Spannung aber auch der höchsten Ruhe, die konsequent in der Entspannung der Finger mündet

Wenn die Spannung erfüllt ist, muss der Schuss fallen

Aus der Mitte in die Mitte: Bogenschießen ist eine Hinwendung zu mir selbst

Freude und Ehrfurcht an der Kraft des Bogens

Eines der Ziele: Das Verschmelzen von Körper und Geist, die ungewollte intuitive Perlenkette der Handlungen, der Flow, oder die „bewusste“ Trance bis zum ekstatisch „kontrollierten“ Schuss

Was bleibt übrig von ES schießt! Fällt das ES weg, bleibt nur: schießt, zieht, ankert, atmet usw.

Da bleibt nichts als das reine Sein des Augenblicks, da ist kein Bogen, kein Pfeil, kein Schütze und kein Ziel